zum Inhalt

Kreisverband Rosenheim

Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club
Kreisverband Rosenheim
Herzog-Otto-Straße 1a
83022 Rosenheim
Tel: 08031/12341
Fax: 08031/219403
Internet: www.adfc-rosenheim.de
eMail: adfc@adfc-rosenheim.de



SicherheitsabstandUeberholen

Sicherheitsabstand beim Überholen von RadfahrerInnen

Viele Menschen benutzen das Rad nicht im öffentlichen Straßenverkehr, weil sie Angst davor haben, dass ihnen ein Auto zu nahe "auf die Pelle rückt".

Auf dieses grundlegende Thema der Verkehrssicherheit machten wir bei einer Aktion im August aufmerksam: KraftfahrerInnen überholen RadfahrerInnen tatsächlich sehr oft mit viel zu geringem seitlichen Sicherheitsabstand. Mit roten Fahnen an den Rädern demonstrierten zwei Radler, wie viel Abstand ein Kraftfahrzeug zum Radelnden halten muss, wenn er diesen überholt. Hier scheint bei den VerkehrsteilnehmerInnen eine große Wissenslücke zu bestehen, viele meinen, ein Abstand von 1,0m sei ausreichend.

Durch die Rechtsprechung jedoch wird sehr genau definiert, dass ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 bis 2,00 m beim Überholen von Radfahrenden zwingend notwendig ist.

Bei schlechten Witterungs- und Fahrbahnverhältnissen ist ein noch größerer Abstand erforderlich. Entscheidend ist dabei der Abstand zum Radfahrenden und nicht etwa der zum Bordstein.

Tatsächlich beträgt der Abstand zwischen Auto und RadfahrerIn oft nicht einmal 1,0m, häufig weit weniger. Dazu kommt, dass Autofahrende an Radelnden vorbeifahren als wären sie unbewegliche Gegenstände ohne eigene Geschwindigkeit. So scheren manche Kfz-FahrerInnen gleich vor dem Radfahrenden wieder ein und bremsen diesen aus.

Die Reaktion vieler Radelnder auf den mangelnden Abstand, den Autos beim Überholen halten, verschlimmert die Problematik nur: Wer nicht gleich das Rad im Keller stehen lässt oder sich auf den Gehsteig flüchtet, fährt häufig möglichst nah am Fahrbahnrand. Dies lädt Autofahrende geradezu ein, sich auch dort noch "durchzuzwängen", wo objektiv kein Platz mehr zum Überholen ist. Wenn RadfahrerInnen den notwendigen Platz beanspruchen, sehen nachfolgende AutofahrerInnen, wie schmal die Straße wirklich ist. RadfahrerInnen sollten daher unbedingt einen Sicherheitsabstand von 0,70 m zum Bordstein halten.

Er ist die "Knautschzone" Radelnder und wenn es mal eng wird, ist Platz um nach rechts auszuweichen. Zu parkenden Autos muss mindestens 1,00 m Abstand gehalten werden. Bei einer Kollision mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür kann es nicht nur zu gefährlichen Unfällen kommen, sondern dem Radfahrenden kann außerdem noch eine Mitschuld angerechnet werden, wenn er keinen ausreichenden Abstand eingehalten hat.

Der ADFC appelliert mit seiner Aktion an Auto-, Bus- und LKW-fahrerInnen, den erforderlichen Seitenabstand unbedingt einzuhalten, denn RadfahrerInnen fahren niemals so geradlinig wie ein Auto. RadfahrerInnen pendeln bei Steigungen und Seitenwind und müssen Unebenheiten, Kanaldeckeln oder Gegenständen auf der Fahrbahn ausweichen.

Addiert man zum Abstand zwischen Fahrbahnrand und RadlerIn (0,70m) die Breite des Rades selbst (0,70m) und den minimalen Seitenabstand beim Überholen (1,50 m) ergeben sich mindestens 2,90 m Abstand vom Bordstein zum überholenden Fahrzeug. Bei eine durchschnittlichen Fahrbahnbreite von 3,00-3,50m, heißt das, dass ein Auto beim Überholen die Fahrbahn wechseln muss und somit bei Gegenverkehr ein Überholen nicht möglich ist.

Flyer als PDF

aktualisiert: 28.10.2009 20:12 Uhr