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Kreisverband Rosenheim

Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club
Kreisverband Rosenheim
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Radwegebenutzungspflicht

RADWEGE MIT BENUTZUNGSPFLICHT IN ROSENHEIM

Radwege, die mit einem blauen Radwegeschild gekennzeichnet sind, sind benutzungspflichtig.

Die Vorstellung, dass durch separate Radwege mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer geschaffen werden könne, hat sich längst als falsch heraus gestellt. Im Stadtbereich werden durch Radwege sogar neue Unfallrisiken z.B. an Kreuzungen geschaffen. Der ADFC befürwortet daher generell die Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht. Denn diese bedeutet, dass RadfahrerInnen die Straße nicht benutzen dürfen.

Seit 1998 gibt es verbindliche Vorschriften darüber, wann Radwege als benutzungspflichtig ausgewiesen werden dürfen. Die Stadtverwaltung Rosenheim hat die Rosenheimer Radwege überprüft und festgestellt, daß nur sehr wenige Teilstücke des Radwegenetzes den Kriterien für die Benutzungspflicht entsprechen. Für viele Radwege wurde in Kürze die Benutzungspflicht aufgehoben. Erkennbar ist das daran, daß die blauen Radwegeschilder entfernt werden. Der Radweg ist nun durch das aufgemalte Fahrradsymbol oder andere optische Kennzeichnung erkennbar. Ehemalige kombinierte Geh-Radwege sind nun Gehwege mit dem Zusatzschild "Radfahrer frei" – in diesem Fall müßen RadlerInnen angepasster Geschwindigkeit fahren. Niemand wird durch die Aufhebung der Benutzungspflicht gezwungen auf der Straße zu fahren. Siehe auch andere Radwege und Radfahrer auf freigegebenen Fußwegen.

Für einige Straßenzüge ist die Aufhebung der Benutzungspflicht als einzige Maßnahme sicherlich die richtige Entscheidung. So ist z.B. in der Wittelsbacherstraße eine separate Radverkehrsführung aus Gründen der Sicherheit für den Radverkehr nicht erforderlich.

An mehrspurigen Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen wie z.B. der Äußeren Münchener Straße ist es - unabhängig von der Frage der Benutzungspflicht - unerlässlich, eine Radverkehrsführung anzubieten, die den Anforderungen der StVO entspricht. Hier darf es nicht dabei bleiben, dass die Stadt die Benutzungspflicht für einen völlig unzumutbaren Geh-Radweg aufhebt.

Siehe auch Radwege mit Benutzungspflicht und Anforderungen an Radverkehrsanlagen.

Radwege mit Benutzungspflicht

Benutzungpflichtige Radwege müssen mit einem blauen Radwegschild (Z 237, 240 oder 241 StVO) gekennzeichnet werden. Radwege dürfen nur noch dann benutzungspflichtig gekennzeichnet werden, wenn dies zur Verkehrssicherheit erforderlich und wenn dies verhältnismäßig ist. Radwege, deren Benutzung nach ihrer Beschaffenheit, ihrem Zustand oder ihrer Linienführung nicht zumutbar sind, dürfen nicht benutzungspflichtig gekennzeichnet werden. Nicht benutzungspflichtig sind außerdem Radwege, die nicht befahrbar sind (z. B. defekte Fahrbahndecke, fehlende Räumung/Winterdienst oder Unterbrechung durch Baustelle). Das blaue Radwegschild muß an jeder Einmündung/Kreuzung wiederholt werden, sonst endet dort die Benutzungspflicht. Die vorhandenen Radwege müssen von den Straßenverkehrsbehörden überprüft werden. Bis zum 01.10.98 haben die Straßenverkehrsbehörden die Radwegkennzeichnung der neuen Regelung anzupassen.

Andere Radwege

"Andere Radwege" sind Radwege ohne Benutzungspflicht. Sie sind nicht durch ein blaues "Radweg"-Schild gekennzeichnet. Radfahrer erhalten Wahlmöglichkeit zwischen Fahrbahn und Radweg. "Andere Radwege" liegen entweder auf Strecken ohne erforderliche Radwegbenutzungspflicht oder sind Radwege, deren Benutzung nach ihrer Beschaffenheit, ihrem Zustand oder ihrer Linienführung nicht zumutbar ist. Auch für die auf "Anderen Radwegen" fahrenden Radfahrer gelten die üblichen Verkehrsregeln (z. B. ihre Vorfahrt auf Radwegenin Hauptverkehrsrichtung). Auch hier gilt die Verkehrssicherungspflicht. "Andere Radwege" dürfen deshalb nicht zugeparkt und zugestellt werden. Auf "Anderen Radwegen" sollten sich Radfahrer an Kreuzungen und Einmündungen besonders vorsichtig verhalten, da ihr Radweg möglicherweise Qualitätsmängel hat.

Radfahrer auf freigegebenen Fußwegen

Radfahrer können auf Gehwegen durch ein Zusatzschild zugelassen werden, wenn dies in Abwägung der Belange der Fußgänger sowie der Radfahrer vertretbar erscheint. Auf den für Radfahrer freigegebenen Gehwegen haben Radfahrer Wahlmöglichkeit zwischen Fahrbahnbenutzung und Gehweg. Für Radfahrer gilt auf Gehwegen: mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Fußgänger haben Vorrang. Ob Gehwege freigegeben werden können, hängt in erster Linie von den Fußgängern ab (ausreichend Breite, geringe Fußgängerdichte), erst in zweiter Linie vom Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn. Auf Gehwegen kommt es vor allem an Einfahrten und Einmündungen zu gefährlichen Konflikten. Kraftfahrer rechnen dort nicht mit Radfahrern auf dem Gehweg, weil die erforderlichen Sichtachsen fehlen. An Kreuzungen und Einmündungen haben Radfahrer in Hauptverkehrsrichtung zwar Vorfahrt - aber Vorsicht: man rechnet nicht mit Ihnen!

Markierungen auf der Straße

Radfahrstreifen dürfen nur von RadfahrerInnen benutzt werden. Sie sind durch einen durchgezogenen Breitstrich von der Fahrbahn getrennt.

Angebotsstreifen dürfen vom motorisierten Verkehr mitbenutzt werden. Sie sind durch einen unterbrochene Markierung von der Fahrbahn getrennt.

aktualisiert: 20.07.2011 09:05 Uhr